Kersten Artus

Journalistin

29. Dezember 2016
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Katrin Wollberg im Porträt: „Ich habe ein breites Kreuz“

Katrin Wollberg

Katrin Wollberg vor der Unterkunft Münzstraße: Hier können Obdachlose im Rahmen des Winternotprogramms kostenlos übernachten.

Veröffentlicht auf hamburg.de

Erst kurz vorher hatte Katrin Wollberg erfahren, dass sie am 22. November 2016 in der Talkshow „Schalthoff live“ auf Hamburg1 Platz nehmen sollte. Das Thema: Obdachlos in Hamburg. Doch wer wäre dafür besser geeignet als sie? Weiterlesen →

28. Dezember 2016
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Leben und arbeiten in der digitalisierten Welt – Es geht um die Deutungshoheit und um den Wert von Arbeit

Veröffentlicht in „M“ Menschen machen Medien

Veröffentlicht in der medienpolitischen Zeitschrift „M“ am 27. Dezember 2016

Werden Arbeitnehmer_innen künftig gläsern? Werden wir bald alle zu Job-Nomad_innen mit prekärer Einkommenslage? Die Debatte um die Zukunft der Arbeit ist voll entfacht. Halt! Die „Zukunft der Arbeit“? Was ist damit genau gemeint? Denken wir eigentlich alle an das Gleiche, wenn wir das lesen? Wissen wir genau, worum es geht? Eher nicht. So kommt es zu dem ersten Missverständnis: Geht es darum, ob Arbeit an sich eine Zukunft hat? Oder darum, wie Arbeit demnächst stattfinden wird? Das ist keine Spitzfindigkeit. Beim Lesen von Texten über die digitalisierte Arbeitswelt entsteht nicht selten der Eindruck, als wenn Arbeit verschwände.

Es geht um das zukünftige Arbeiten. Und auch wieder nicht, denn es geht nicht um die ferne Zukunft oder um eine visionäre Debatte. Das Internet, Roboter und künstliche Intelligenz sind bereits in nahezu alle Arbeitsprozesse eingezogen. Weiterlesen →

12. Dezember 2016
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Digitale Arbeitswelt verlangt radikale soziale Reformen

img_3181Veröffentlicht in „M“ – Menschen machen Medien, 12. Dezember 2016

Dass 3D-Drucker fahrbare Autos und bewohnbare Häuser produzieren können, ist keine Science Fiction mehr. Das gedruckte Bürogebäude steht in Dubai und Shuttlebus „Olli“ soll 2017 in Karlsruhe eingesetzt werden. Noch keine Normalität. Dennoch, wenn Roboter mit künstlicher Intelligenz immer einfachere Produktionsverfahren ermöglichen, werde sich das radikal auf Arbeitsplätze und Berufe auswirken, sagte IT-Expertin Anke Domscheit-Berg während eines Vortrages bei den ver.di-Frauen in Hamburg. Weiterlesen →

9. November 2016
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Trump wurde Präsident: An Tagen wie diesen denkt man an früher

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„Die Welt des Ronald Reagan“

Donald Trump wurde zum US-Präsidenten gewählt. Das wirft meine Gedanken zurück. In meine Zeit der Politisierung und der Angst vor einem Atomkrieg viel die Amtszeit von Ronald Reagan (1981-1989), einem B-Movie-Schauspieler, der später (?) an Alzheimer erkrankte. Diese Karikatur, diese „Weltkarte“, hing jahrelang in meiner/unserer Wohnung. Die Welt hat also bereits verrückte Präsidenten erlebt. Weiterlesen →

23. Oktober 2016
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Drogenpolitik – eine Genderperspektive

img_2403 Vortrag auf der Bundeskonferenz zur Drogenpolitik am 21./22. Oktober 2016 in Hamburg

„Schluss mit der Kriminalisierung – Drogenmärkte regulieren“ lautet das Motto dieser Konferenz. Ich möchte die mir zur Verfügung stehenden 20 Minuten daher dafür nutzen, auf eine spezielle, weitere Facette der Folgen von Repressionen aufmerksam zu machen, die sich aus den Regularien des Betäubungsmittelgesetzes ergeben und tief verwurzelt in unserer Gesellschaft sind. Ich wurde gebeten, mich nicht ausschließlich mit dem Thema Prostitution und Drogen zu beschäftigen. Weiterlesen →

21. Oktober 2016
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Mit den Augen von Kindern: das US-amerikanische Buch „Too many noodles“

noodlesKinder lieben Wiederholungen, sie sind in Geschichten zuhause, sie mögen Rituale. In schöne Kinderbücher habe ich selbst gern meine Nase gesteckt, mochte sie wiederholen, mochte die Geschichten, mochte das Vorleseritual. Und so bin ich immer anspruchsvoller geworden, lernte gute von schlechten Kinderbüchern zu unterscheiden und begeisterte mich für die Fähigkeit von SchriftstellerInnen, kind- und erwachsenengerecht Bücher für die Kleinsten zu schreiben. Und zu zeichnen. Weiterlesen →

10. Oktober 2016
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Magda Langhans: Als eine Hamburger Kommunistin Frauengeschichte schrieb

langhans21Veröffentlicht in der Broschüre „Frauen der ersten Stunde – 70 Jahre freigewählte Bürgerschaft nah der NS-Zeit“, Landeszentrale für politische Bildung, Hamburg

„Du warst als Kind der Arbeiterklasse nie auf Rosen gebettet.“, heißt es in einem Glückwunschschreiben zu ihrem 50. Geburtstag 1953. Das war mehr als eine Floskel: Magda Kelm, spätere Langhans, Älteste von sieben Geschwistern, war als Arbeiterkind vom Dulsberg – einem der kleinsten und ärmsten Stadtteile Hamburgs – in der Tat nicht auf Rosen gebettet. Der Vater starb früh an Tuberkulose. Magda Kelm arbeitete als Jugendliche in einer Weinhandlung und als Küchenhilfe. Später wurde sie Buchdruck-Anlegerin. Magda wollte mehr. Sie wollte die Verhältnisse verändern und wurde früh zum politischen Menschen. Mit 18 Jahren trat sie in die Gewerkschaft ein, sechs Jahre später in die KPD. 1930 studierte sie ein Jahr lang in Moskau an der internationalen Leninschule. Sie kandidierte für die Hamburgische Bürgerschaft und gehörte ihr von 1931-33 und 1946-53 an. Weiterlesen →

9. Oktober 2016
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Mädchen in Bolivien: Am Anfang waren es Bauchschmerzen

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„Eine schöne Frau kämpft“ © Kathrin Hartkopf

veröffentlicht bei Huffingtonpost.de

Zwei Frauen aus Deutschland unterstützen den Bau eines Schutzhauses für Mädchen in Bolivien.*

Karina Klein will, dass jetzt geholfen wird. Sofort. Prävention nutzt diesen Mädchen nichts mehr. Nicht der 16-jährigen Andrea**, die ihr Baby vor vier Jahren bekam und es zur Adoption fortgegeben hat. Nicht der zwölfjährigen Elena**, die eines Tages hochschwanger vor der Tür stand, und nun ihren zwei Monate alten Sohn Roberto** auf dem Bett liegend stillt und die Frau aus Deutschland unsicher anschaut. Prävention hilft auch den anderen 14 Mädchen nicht mehr, die in dem Mädchenschutzhaus eine Zuflucht gefunden und von denen fast alle schon Kinder geboren haben. Die Erzeuger sind Brüder, Onkel, die eigenen Väter. Oder ein Nachbar hat sich im Suff an den Minderjährigen vergangen. Diese Mädchen benötigen direkte Hilfe: Schutz, Begleitung bei Gericht, eine Ausbildung, psychologische Behandlung. Weiterlesen →

4. Oktober 2016
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Im Namen des Volkes

161007-freitag-175-fotoVeröffentlicht im FREITAG, 7. Oktober 2016

Wenn nur die Akten noch da wären. Wenn wenigstens die Zeitzeugen reden würden. Es wäre so viel leichter zu erklären, wie deutsche Gerichte auch nach 1945 Unrecht gesprochen haben. Es würden endlich mehr Stimmen laut, die von den Ermittlungen, Verhaftungen und Gefängnisaufenthalten berichteten. Doch die alten Männer schweigen. Sie schweigen, obwohl die Verfolgungen und Bestrafungen aufgrund homosexueller Handlungen 30, 40 oder 50 Jahre her sind. Die nach Paragraph 175 Verurteilten sprechen nicht öffentlich, weil sie immer noch Angst vor Ächtung haben. Oder weil sie eine Frau geheiratet hatten, Kinder und Enkel haben. Und weil sie sich einige immer noch nicht trauen, zuzugeben, dass sie schwul sind. Weiterlesen →

25. September 2016
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Sexismus und Rollenklischees: Erkenntnis kommt nie zu spät

Vor kurzem sind zwei Texte erschienen, die zentrale Fragen der Frauenbewegung thematisieren. Jenna Behrends beschreibt den Sexismus in ihrer Partei, der CDU; Emilia Smechowski stellt dar, wie sie die Geschlechterprägung der Gesellschaft bei ihrer Tochter durch die Farbe Rosa erlebt . Beide Texte werfen Fragen auf, denen ich nachgehen möchte.

Denn es wäre als abgeklärte Kämpferin für Frauenrechte sehr einfach, zu behaupten: Das hätte ich Euch auch schon vorher sagen können. Das wäre zu schlicht – und respektlos gegenüber den beiden Autorinnen. Ich habe genügend Frauen erlebt, die erst durch ein persönliches Erlebnis begriffen haben, dass wir immer noch im Patriarchat leben und dass einer Jahrtausende langen Prägung einer Gesellschaft nicht durch toughes Verhalten ausgewichen werden kann. Das gilt für Rollenklischees wie für Männerdominanz. Oft müssen Unterdrückungsmechanismen erst am eigenen Leibe erlebt werden, bevor sie zu einer Wut führen, die widerständiges Handeln hervorbringt. Dennoch bin ich verwundert. Weiterlesen →