Kersten Artus

29. Juli 2015
von Kersten Artus
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Die Vielfalt des Lebens denken – und leben!

11800881_928886020508345_247023346_oWas fordern Trans*personen von der Politik? Was benötigen sie, um selbstverständlicher Teil der Gesellschaft zu sein? Diese Fragen habe ich mit den Podiumsgästen auf einer gut besuchten Veranstaltung der LINKEn während der Hamburger Pride-Week erörtert. Als Moderatorin hatte ich die Aufgabe, die ca. 50 Besucher*innen einzubinden. Denn sie waren ebenso Fachleute wie Vivien, Leo, Franziska, Wiebke und Andromeda, die auf dem Podium Platz genommen hatten. So kamen jede und jeder zu Wort. Lebhaft und vielfältig wurde debattiert.

Ich lehne alle Schubladen ab, in die man Menschen durch eine Geschlechterzuordnung packen will, lautete eine Aussage. Eine andere: Warum muss ich mich entscheiden, welchem Geschlecht ich angehören will? Warum darf es keine Frau mit Penis geben? Eine weitere Position: Wenn ich als Trans*frau ein Kind zeuge, werde ich als Vater deklariert. Das ist diskriminierend. Ich bin eine Frau, ich will eine Mutter sein. Eine weitere: Meine Mutter bekommt selbstverständlich Hormone wegen der Wechseljahre. Ich bekomme Hormone erst, wenn mein Seelenleben durchleutet wurde. Weiterlesen →

27. Juli 2015
von Kersten Artus
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Wir sind anti-einkaufen

IMG_4818Wo das Foto entstanden ist, bleibt ein Familiengeheimnis. Vielleicht erkennt man am Kindereinkaufswagen, zu welcher Kette die betroffene Filiale gehört. Aber das wars schon. Falls wir doch geoutet werden: Das Wägelchen ist an allem Schuld und damit der Filialleiter. Wer zulässt, dass Kinder durch die Gänge schieben und auf Augen- und Griffhöhe in einen Einkaufswagen einladen können, riskiert entweder Chaos oder Geschrei. Oder dass Eltern, resp. Großeltern, nicht mehr dort einkaufen gehen, weil Megastress mit dem Nachwuchs programmiert ist. Quengelware all überall. Selbstverständlich kann kein Kind bestimmen, was eingekauft wird und wie lange man sich im Geschäft aufhält. Das ist ein Naturgesetz. Wir haben heute das Gegenteil gemacht. Weiterlesen →

21. Juli 2015
von Kersten Artus
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Warum Kinder kein Kapital sind

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Die neue Broschüre der LINKEn Hamburg setzt sich mit dem Antifeminismus der Rechtspopulisten auseinander

Mit der AfD ist der Antifeminismus in die Parlamente eingezogen – unabhängig davon, ob sich die Partei zerlegt. Der Satz „Kinder sind unser Kapital“, den die AfD-Frontfrau Dr. Frauke Petry, mit dem sie ihre Website ziert, macht mehr als deutlich, auf welchem Fundament sie ihren Antifeminismus baut. Dass Kinder „Kapital“ sein sollen, drückt die neoliberale Geisteshaltung hinter dem konservativen Leitbild Petrys aus: Menschen sind Verwertungsobjekte. Und die Verwertungsmaschinerie muss fleißig produzieren: Nach ihrer Meinung gelten nur Familien mit drei Kindern als normal. Weiterlesen →

7. Juli 2015
von Kersten Artus
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Emmas Taufe

IMG_4450Wir sind wieder einmal nach Bremen gefahren, diesmal zu viert: Opa, Oma, Mama, Enkel-Sohn. Der Anlass: Die Tochter meiner kleinen Schwester wird getauft. Es ist das erste Mal, dass mein Enkel eine religiöse Zeremonie erlebt. Wir üben auf der Bahnfahrt nach Bremen den Namen „Emma“. Er kann ihn zwar schon, weil ein Kind aus seiner Kita so heißt. Ob er deswegen auch seine Cousine so nennen wird, ist fraglich. Weiterlesen →

5. Juli 2015
von Kersten Artus
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Vom Umgang mit Kindern

Ihr sagt:
Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.
Ihr habt Recht.
Ihr sagt:
Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen,
Hinuntersteigen, uns hinabneigen, beugen, kleiner machen.
Ihr irrt Euch.
Nicht das ermüdet uns.
Sondern dass wir uns zu ihren Gefühlen emporklimmen müssen.
Emporklimmen, uns aufstrecken, auf die Zehenspitzen stellen, hinlangen.
Um nicht zu verletzen.                             Janusz Korczak

27. Juni 2015
von Kersten Artus
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LINKE fordert kostenloses Frühstück in KItas

Anhang 14Ich freue mich sehr, dass der von mir initiierte Antrag für ein kostenloses Frühstück in allen Kitas heute vom Parteitag ohne Gegenstimmen angenommen wurde. Die Mitgliederversammlung Eimsbüttel hatte den Vorschlag bereits unterstützt. KLaus Wicher, Landesvorsitzender des SoVD, sagte in seinem Grußwort, dass er diesen Antrag sehr begrüßt, weil es eine alte Forderung des SoVD sei. DIE LINKE sei die erste Partei, die das aufgreift. Weiterlesen →

26. Juni 2015
von Kersten Artus
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Gender und Sport: Frauen wollen etwas bewegen, Männer repräsentieren.

fahne lisaRedebeitrag auf dem Landesparteitag am 27. Juni 2015

Wenn DIE LINKE Hamburg in den kommenden Monaten alle Kraft aufbringen will, damit Olympia nicht in unserer Stadt stattfindet, dann treiben uns unsere sozialen Ziele voran. Die Ausrichtung der olympischen Spiele verursachen Kosten in Milliardenhöhe. Sie schaden der Umwelt, sie vertiefen die soziale Spaltung, sie haben auf den Breitensport keine positiven Auswirkungen. Es sind die Erfahrungen anderer Städte auf der ganzen Welt, die unser Motor sind, NOlympia zu unterstützen. Weiterlesen →

5. Juni 2015
von Kersten Artus
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Linke Moral und Prostitution*

text-prost1Als die Sozialpolitikerin Magda Langhans im Parlament über die Razzien sprach, mit denen die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten verhindert werden sollten, stellte dies eine ungeheure Provokation dar. Denn die Abgeordnete skandalisierte, dass die Zwangsuntersuchungen nur an Frauen durchgeführt wurden. Drei- bis viermal, so prangerte Langhans in ihrer leidenschaftlichen und zugleich gestrengen Art an, würden Frauen zur Untersuchung müssen, die Männer hingegen unbehelligt bleiben. Magda Langhans war Abgeordnete der KPD in der Hamburgischen Bürgerschaft und hielt diese Rede 1946.1 Weiterlesen →

28. Mai 2015
von Kersten Artus
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Wo wart ihr?

IMG_3720Seit 20 Jahren vermittelt die Lawaetz Service GmbH jungen Leute Wohnungen. Es ist eine besondere Gruppe, für die sie das macht. Es handelt sich  um Frauen und Männer, die in Jugendwohnungen gelebt haben. Sie gelten als Personen mit „Zugangserschwernissen“. Heißt: VermieterInnen wollen solche Leute nicht haben, weil sie Dreck, Krawall und Polizeieinsätze befürchten.

Jetzt feierte das Projekt mit einer Fotoausstellung 20-jähriges Bestehen. Ich war dabei – und wurde richtig sauer. Von der Hamburger Presselandschaft hat sich niemand blicken lassen. Interessieren Euch diese Menschen etwa nur, wenn es wirklich zu Polizeieinsätzen gekommen ist? Weiterlesen →

24. Mai 2015
von Kersten Artus
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Wie ich arbeiten möchte

arbeiten

Ich habe ein Jahr, eine neue Arbeit zu finden. Das ist viel und wenig Zeit, je nachdem. Ich merke, wie sehr ich mich erholen muss. Vom Spagat zwischen Betrieb, Rathaus, Partei und Gewerkschaft. Vom Sitzungsmarathon und abendlichen Terminen. Von Präsenzzeiten an Wochenenden. Ich muss entschleunigen, entspannen, Abstand gewinnen, meine Gesundheit aufrüsten. Manchmal purzeln die Ideen, wie und wo ich arbeiten möchte. Dann kommen Momente, wo Leere herrscht. Ein Jahr ist viel und wenig – je nachdem. Weiterlesen →

14. Mai 2015
von Kersten Artus
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Wenn der dicke Tanzbär streikt

oskarstreiktUpdate 16.5.  (Fotos aus dem Jahr 1989 eingefügt) Zart bläst er in die Trillerpfeife, entlockt ihr ein leises Tönchen. Sie ist rot, aus Plastik und trägt ein Gewerkschafts-Emblem. Es ist Streik. Die Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste sind im Ausstand. Mein Enkel macht mit, an seinem Kinderwagen weht eine selbst gefertigte Flagge. Er besucht seine Erzieherinnen auf der Kundgebung vorm Gewerkschaftshaus und lässt sich fahren, als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzt. Weiterlesen →

6. Mai 2015
von Kersten Artus
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Bei der Staatsanwaltschaft zur Vernehmung

10536_472529802767294_517142143_nGestern war ich bei der Staatsanwaltschaft zur Vernehmung: Asklepios hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt, weil mir das Gutachten der Ärztlichen Kommission, das über die Folgen der Unterbestrahlungen im AK St. Georg detailliert Auskunft gibt, im Frühjahr zugeleitet wurde. Die damaligen Oppositionsparteien Grüne, CDU, FDP und LINKE hatten dann gemeinsam entschieden, es auf einer gemeinsamen Pressekonferenz an die anwesenden JournalistInnen zu geben. Weiterlesen →

4. Mai 2015
von Kersten Artus
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Der letzte Zopf

cropped-IMG_4569.jpgIch habe heute den „letzten Zopf“ abgeschnitten und meine Proficard in der Bürgerschaftskanzlei abgegeben. Die KollegInnen haben sich gefreut, „ein vertrautes Gesicht“ wiederzusehen. Denn „man muss ich ja erst an die Neuen“ gewöhnen. Weiterlesen →

17. April 2015
von Kersten Artus
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DIE LINKE muss Partei der sozialen Gerechtigkeit bleiben. Eine Replik auf die „neuen“ Aprilthesen

die_linke_cc-by_from_fabian_bromann„Über die Aufgaben des Proletariats in der gegenwärtigen Revolution“ lautete ein Referat von Lenin, das er im Frühjahr 1914 ausarbeitete. Darin kritisierte er die russische Regierung wegen ihrer kapitalistischen Ausrichtung und forderte eine Republik; die Verstaatlichung von Boden und Produktionsmitteln, und einen Friedenschluss mit Deutschland. Daraus entwickelte sich die Parole: „Friede – Freiheit, Land und Brot!“ Das Referat erschien als Text 1917 in der Prawda,  mit dem Titel „Aprilthesen“.

Alexander Recht, Paul Schäfer, Axel Troost und Alban Werner haben in der „Sozialismus“, Heft 4/2015 einen Text veröffentlicht, den sie ebenfalls „Aprilthesen“ nennen. Der Untertitel lautet: „Wo wir stehen und was getan werden sollte.“ Ob und warum sie bewusst denselben Titel wählten, den der russische Revolutionär Lenin seinem Text gegeben hat, bleibt offen. Ähnlichkeiten sind nicht auszumachen – weder vom Inhalt noch von der Länge. Und die Bundesrepublik Deutschland befindet sich nicht in einer vorrevolutionären Phase. Weiterlesen →

14. April 2015
von Kersten Artus
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Gender – Trauma -Sucht

frauenperspektiven-logoDrogen- und Alkoholabhängigen schneller, effektiver und nachhaltiger helfen. Am 20. April findet die Fachtagung „Gender –Trauma –Sucht“ in der Hamburger Handwerkskammer statt. Eingeladen hat der Suchthilfeträger Frauenperspektiven e.V.. 150 Expertinnen und Experten aus der Sucht- und Drogenhilfe, aus der Opferschutzhilfe, Krankenhäusern und Beratungseinrichtungen nehmen teil. Weiterlesen →