Blog Kersten Artus

persönliche Notizen

11. Dezember 2014
von Kersten Artus
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Und noch einmal

IMG_0972Schon als er geboren wurde, hatte ich mich auf den Moment gefreut, ihm ein Buch vorlesen zu können. Kindern etwas vorzulesen, bereitet mir großes Vergnügen, denn sie sind aktive Zuhörende. Und sie dulden deswegen auch keine Fehler. Ich lese ruhig, ohne zu viel Betonung. Manchmal wechsle ich die Tonlage, etwa bei direkter Rede. Ich bemühe mich um viele Pausen und vermeide luschiges Aussprechen.

Vor ein paar Jahren las ich in einer Kita „Pippi Langstrumpf“ vor. Ich hatte das Buch aus meinem Regal gezogen, es vom Staub befreit und in meine Tasche gesteckt. Pippis Freunde heißen Thommy und Annika. In dem alten Buch, aus dem ich vorlas, wurde der Junge aber noch als Thomas bezeichnet. Sofort erhob sich Protest: „Das heißt Thommy!“ Kinder, dachte ich, was seid ihr doch pingelig! Weiterlesen →

9. Dezember 2014
von Kersten Artus
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Deutsche Kinder in Paris, 1925

tucholsky1_200Der Text “Deutsche Kinder in Paris” von Kurt Tucholsky alias Ignaz Wrobel, erschienen 1925 in der Weltbühne, ist unendlich traurig,  und hochaktuell. Ich habe ihn vor vielen Jahren schon einmal mal vorgelesen. Jetzt war wieder eine Gelegenheit. Da die Nachfrage groß gewesen ist, ihn zur Verfügung zu stellen, dokumentiere ich ihn hier:

Im Pariser Gewerkschaftshaus, in der rue Grange-aux-Belles, lärmt der große, braungraue Versammlungssaal. Kinder, überall Kinder. In einer Ecke stehen Pakete, Kisten, Rucksäcke: Nahrungsmittel, Stoffe, kleine Käfige mit Meerschweinchen und Kaninchen – das wird jetzt auf die Bahn geschafft. Frauen sitzen auf den Bänken, Arbeiterfrauen. Man sieht viele verheulte Gesichter. Hier wird Abschied genommen: ein Transport deutscher Kinder, die sechs Monate zu Besuch bei den französischen Genossen waren, nimmt Abschied. Weiterlesen →

30. November 2014
von Kersten Artus
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Meine feministischen Begleiterinnen

FullSizeRenderAuf der 25-Jahr-Feier des feministischen Mädchenprojekts „Allerleirauh“, das sich um Prävention und Beratung bei sexualisierter Gewalt engagiert, hielt eine der Gründerinnen während ihres Grußworts an ihre Nachfolgerinnen einen „Wir-Frauen“-Kalender von 1989 hoch. „Kennt Ihr den noch?“ rief sie in den Saal. Und viele riefen zurück: „Klar“ und „Achjaaaa!“ Weiterlesen →

25. November 2014
von Kersten Artus
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“Ich war 5, als ich Zuhause Gewalt erlebte.”

IMG_0747Der Tag gegen Gewalt an Frauen, der immer am 25. November stattfindet, erinnert, begann dieses Jahr für mich in der Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofes. Zusammen mit Kolleginnen der Opferhilfe habe ich Brötchentüten (Aufschrift: Gewalt kommt nicht in die Tüte) und Flyer an PassantInnen verteilt. Obwohl die Menschen meist rastlos durch Wandelhalle gehen, blieben einige zum Gespräch stehen. Eine ältere Frau erzählte mir ihre Geschichte: “Ich war 5, als ich  Zuhause Gewalt erlebte.” Weiterlesen →

24. November 2014
von Kersten Artus
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7. Frauenherbstmahlzeit in Hamburg

IMG_1429Tatsächlich müssen sieben Jahre vergehen, bis die Medien darauf aufmerksam werden, dass sich eine Veranstaltung in Hamburg etabliert hat, die einen Bericht wert ist. Die Frauenherbstmahlzeit wurde vom Hamburger Landesfrauenrat ins Leben gerufen und zieht jedes Mal zentrale Akteurinnen der Frauen- und Gleichstellungspolitik Hamburgs zum Netzwerken in schöne Räumlichkeiten – und ans Buffet. Weiterlesen →

22. November 2014
von Kersten Artus
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Filmabend mit Tränen und Lachen

galerie1Ich hatte zum Filmabend geladen und 30 Frauen und zwei Männer kamen. Gemeinsam schauten wir den Film “Töchter des Aufbruchs – Lebenswege von Migrantinnen” an. Ich hatte ihn bereits am 7. März diesen Jahres gesehen und wusste gleich: Den schaust Du Dir nochmal an, am besten mit anderen netten Leuten. Der Film ist sowohl inhaltlich wie auch von der Produktion her ein Genuss. Und informativ. Denn die Frauen, Gastarbeiterinnen der ersten Generation, ihre Enkelinnen und weitere junge Migrantinnen, erzählen Geschichten aus ihrem Leben in Deutschland. Weiterlesen →

4. November 2014
von Kersten Artus
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STUFEN von Hermann Hesse

Bild 009Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

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20. Oktober 2014
von Kersten Artus
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Mutterschlaf

IMG_0334Ein bisschen mulmig war mir schon. Wie oft würde er wach werden? Höre ich ihn, wenn er aufwacht? Wird er seine Eltern vermissen? Bekomme ich ihn ruhig, wenn er weint? Mein Enkel ist nun neun Monate alt und hat das erste Mal bei uns übernachtet. Weiterlesen →

8. Oktober 2014
von Kersten Artus
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Sprechstunde des Eingabenausschusses in Altona

eingabenSo viele waren bislang noch nie erschienen. Diesmal fand die Sprechstunde des Eingabenausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft im Bezirksamt Altona statt. In diesem großen, weißen Gebäude an der Palmaille saßen wir – Abgeordnete aller Fraktionen und zwei Juristinnen des Eingabendienstes – im Kollegiensaal und hatten ausreichend Stühle bereitgestellt. 17 Petitionen kamen am Ende zusammen. Sie waren ganz unterschiedlicher Art.  Weiterlesen →

6. Oktober 2014
von Kersten Artus
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Hearing: Gute Pflege ist ein Menschenrecht

15797_839353902751547_8907518203880951948_nPflege im Minutentakt, Pflege im Akkord, Pflege ist ein Geschäftsmodell. Es waren klare Aussagen, die beim Pflegeforum der Linksfraktion im Bundestag gefallen sind. Pia Zimmermann, pflegepolitische Sprecherin der Bundestagslinken, hatte eingeladen. Circa 50 Menschen, überwiegend in der Pflege tätig und Angehörige von Pflegebedürftigen haben die Gelegenheit genutzt, um ihre Erfahrungen in der Pflege zu schildern. Weiterlesen →

2. Oktober 2014
von Kersten Artus
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Oktober 44

IMG_0081Es ist ein Weg von zweieinhalb Kilometern, den ich gehen muss, bis ich im Zentrum von Putten angekommen bin. Fünf Stunden Zugfahrt liegen hinter mir, doch erschöpft bin ich nicht. Die Züge waren nicht voll, und es war weder stickig noch zugig. Verspätungen gab es auch nicht – was will man mehr von einer Reise, die von Hamburg in die Niederlande geht? Und mein Aufenthalt wird nur 17 Stunden dauern. Morgen früh um 7 Uhr geht es schon wieder zurück. Weiterlesen →

28. September 2014
von Kersten Artus
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Unsere erste Reise

IMG_0020Wir haben einen freien Vierer im Metronom gefunden. Den Buggy lege ich ins Gepäckfach, die Transporttrage stelle ich vor unseren Sitz. Als der Zug anfährt, hole ich das erste Lunchpaket aus dem Rucksack. Es gibt Zucchini-Möhren-Mus. Mein Enkel futtert kleine Häufchen weg, die ich ihm löffelweise gebe – bis Harburg, dann macht er den Mund nicht mehr auf. Wir sind auf Reisen, und das ist vor allem für mich aufregend. Ich bin das erste Mal mit ihm allein unterwegs. Ob alles gut geht? Weiterlesen →

10. September 2014
von Kersten Artus
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Stolpersteine vorm Rathaus geputzt

10599435_952554811426082_146933724311536433_nAls vor zwei Jahren 20 Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus von Gunter Demnig verlegt wurden, erfüllte sich für viele Menschen ein langer Wunsch: Endlich wurden den durch die Nazis ermordeten Bürgerschaftsabgeordneten würdig und solidarisch erinnert. Mit Nelken, Lilien und Rosen gedachten wir Anfang Juni den ehemaligen Politikern. Seitdem putzen wir jedes Jahr die Steine, denn die Witterung setzt ihnen so zu, dass die Gravur nur noch schwer lesbar ist. Weiterlesen →

6. September 2014
von Kersten Artus
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Vorsicht, Beißgefahr! 2. Gastbeitrag in Kot & Köter

IMG_5966Die zweite Ausgabe der Satirezeitschrift Kot & Köter ist auf dem Markt. Chefredakteur Wulf Beleites (“Kranker Tierquäler”, “Du bist das letzte”, “Hurensohn”, “Wiederwärtiger Abschaum”) hat mich gebeten, eine politische Kolumne über Hunden zu verfassen. Nachfolgend der Text. Wer die gesamte Zeitschrift lesen möchte, kann sie hier bestellen: abo@kotundkoeter.de. Wer auch meinen Beitrag in der ersten Kot & Köter lesen möchte, kann das hier tun. Gute Unterhaltung! Weiterlesen →