Kersten Artus

Gartenbuch

Anhang 1(3)Gartenkalender 2016 – zwölf Monat lang Sommer! Ich habe mir einen Wunsch erfüllt und ein kleines Projekt verwirklicht: Mein Gartenkalender 2016 ist fertig und kann bei mir bestellt werden. Zwölf ausgewählte Motive aus meinem Garten, die mir ganz besonders gut gefallen haben. Ich habe zudem zu jedem Motiv einen Text hinzu gestellt. Manchmal ist er romantisch, manchmal ein bisschen frech, manchmal hintersinnig.

Wer das ganze Jahr lang über Sommer haben möchte, kann den Kalender bei mir bestellen und ihn in Wohnung oder Büro aufhängen. Ich gebe ihn zum Selbstkostenpreis ab. Er ist in din a 4 und din a 3 zu haben. Übrigens ist er auch als Geschenk ganz toll geeignet. Hier sind die einzelnen Seiten anzusehen mehr …


Anhang 2 30. August 2016 – Ist es das letzte Sommerwochenende, das wir im Garten verbringen? Ich bin noch gar nicht bereit, mein neues Domizil schon wieder einzuwintern und hoffe auf einen schönen September und einen goldenen Oktober. Jeden Tag ernte ich eine kleine Schale Brombeeren, heute habe ich die Apfelernte eröffnet. Es ist bereits viel Obst auf die Erde gefallen. Im Baum machen sich die Wespen über die Früchte her. Sollen sie. Das Fallobst werfe ich auf den Kompost, der Sack Äpfel kommt mit nach Hause und wird zu Apfelmus und Apfelkuchen verarbeitet. Da ich jeden Tag einen Apfel ins Frischkornmüsli gebe, haben sie eine weitere sinnvolle Verwendung. mehr …


IMG_564627. August 2015 – Wohin nur mit dem ganzen Grünabfall? Meine beiden Kompostkisten reichen schon lange nicht mehr aus, um alles zu verarbeiten, was ich darauf schmeiße. Die Natur wuchert lüstern vor sich hin. Es sind nicht nur die Kürbisse, deren Arme Raum einnehmend den Garten und seine Beete und Wege unter sich verschwinden lassen wollen (und mich an einen Horrorfilm erinnern, in dem Menschenhüllen an Kürbispflanzen gewachsen waren um anschließend die Identität der Menschen anzunehmen, nach dessen Vorbild sie geschaffen wurden …) mehr …


DSC_853921. August 2015 – Heute habe ich meine Parzellen-Nachbarin zu Kaffee und Torte eingeladen. Die Wespen waren ausdrücklich ausgeladen, was sie an mit Nelken bestickten Zitronenscheiben und jede Menge Basilikum erkennen und riechen konnten. Sie hatten es begriffen und störten uns nicht. Meine Nachbarin ist 86 Jahre alt und ist eine der letzten Ursprungskleingärtnerinnen des Vereins. Da sie einen grünen Daumen hat – ihr Garten ist mit Abstand der schönste – höre ich immer angetan zu, wenn sie ihre Ratschläge und Erfahrungen berichtet. Heute erzählte sie mir aber von ihrer Familie und wie es sie nach Hamburg gekommen ist. mehr …


IMG_043820. August 2015 – Unsere Erdbeeren sind winzig, schmecken aber gut. Die Kürbisse werden immer größer, und wie sie schmecken, werden wir ab dem 31. Oktober wissen. Dann werden sie geerntet und geschnitzt. Einige Tage hat es durchgeregnet. Heute Morgen war es neblig, das sah schon fast herbstlich aus. Das Licht im Garten hat sich verändert. Die Sonne scheint durch eine durchfeuchtete Luft, die ebenfalls vom Regen getränkten Gräser, Büsche, Bäume und Blumen reflektieren die Strahlen zusätzlich. mehr …


IMG_553816. August 2015 – Es ist auch schön im Garten, wenn die Sonne mal nicht scheint. Warm ist es trotzdem und deswegen haben wir das Grillen mit der ganzen Familie auch nicht ausfallen lassen.

Auch zwei Regenschauer waren uns egal, denn die Terrasse ist überdacht und die Laube ist jetzt, wo endlich ein vernünftiger Belag ausliegt, besser begehbar, man kann sich gut darin aufhalten. mehr …


IMG_49647. August 2015 – Auch bei Regen ist es schön im Garten. Ich sitze auf der überdachten Terrasse, lese meine Zeitung, esse ein Brötchen und habe mir Kerzen angezündet. Immer wieder inspiziere ich unseren Kürbis. Er überwuchert alle drei Gemüsebeete. Seine Arme schlängeln sich auf den Fliesen, klettern am Zaun zur Nachbarin. Ständig gehen grellgelbe Blüten auf – die nach nur wenigen Stunden welk in sich zusammenfallen. Die Hummeln müssen sich beeilen, um die weiblichen und männlichen Blüten wechselseitig anzufliegen. mehr …


11200766_998420676844868_1128401075285980974_n3. August 2015 – Die Hortensien blühen in krachenden Farben. Es ist eine Stimmung, als wenn die Pflanzenwelt die Herrschaft übernehmen würde und der Garten bald zuwächst. Hier und da schniobbel ich von den Büschen und Stauden Äste und Zweige ab, damit der Weg frei bleibt. Die beiden kleinen Buchsbaumhecken habe ich bereits zum zweiten Mal gestutzt.

Vor den Parzellengrundstücken liegt ein Weg, der den Kleingartenverein vom Bahndamm trennt. Auch auf ihm wuchern Kräuter und Gräser. Nachdem meine Nachbarn nach einander vor ihren Zäunen den Weg gesäubert haben, bin auch ich an der Reihe. mehr …


IMG_48751./2. August 2015 – Das erste Fest hat im Garten stattgefunden. Und der Hibiskus blüht endlich. Außerdem haben wir die erste Nacht in unserem Garten geschlafen.

Nach einer Woche Schietwetter scheint endlich wieder die Sonne. Ich habe mir den Tisch aus Parzelle 6 geliehen, damit alle Gäste Platz finden. Ein Nudelsalat und Würstchen, ein Zitronenkuchen und ein paar Kannen Kaffee habe ich vorbereitet. Meine Freund*innen haben auch noch Salate, Kuchen und etwas für den Grill beigesteuert – war klar, dass wir kurz vorm Platzen gewesen sind, als sich nach und nach alle wieder verabschiedeten. Die Feuertaufe haben wir bestanden – der Garten ist feiertauglich! mehr …


IMG_473526. Juli 2015 – Wie löst man im Kleingarten die Clofrage? Natürlich biologisch! Wasserklosetts gibt es nicht, Chemie-Cli’s sind verboten. Wir haben ein Torf-Clo, das funktioniert prima. Als wir den Garten übernommen hatten, war es die erste Aufgabe. Ausräumen, auswischen, Spinnweben entfernen, neues Brille, frischer Anstrich.

Wenn der Eimer gefüllt ist, kippe ich den Inhalt in einen geschlossenen Kompostbehälter. Da es danach ein wenig müffelt, gebe ich Rasenschnitt darüber – schon ist der Geruch gebunden. Wasserclosetts bleiben trotzdem meine Favoriten. Wie toll diese Erfindung ist, weiß man eigentlich erst zu schätzen, wenn es nicht zur Verfügung steht.

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IMG_470623. Juli 2015 – Auch wenn die Hummeln und Bienen noch emsig in den Lavendelblüten herumstochern, ich habe bereits einige Zweige geerntet. Es sind noch genug dran geblieben, damit sie sich satt futtern und ihre Nachkommen versorgen können. Beim Rasenmähen war ich rigoroser: Die Blüten des Klee kamen allesamt unter den Mäher. Die Bienen störte es überhaupt nicht, dass der Benziner auf sie zurollte und so musste ich jedes Mal stoppen und warten, bis das jeweilige Insekt sich wieder vom Rasen erhob. Ich schaue den Tieren gern bei ihrer Arbeit zu. Nichts scheint sie davon abzubringen, die Blüten im Garten auszusaugen. Als ich die Zweige des Lavendel abschnitt, hatte ich schon die Sorge, vielleicht angegriffen zu werden, doch nicht einmal das brachte sie aus ihrem Trott. Etwas panischer reagieren Ameisen, stört man sie. Wild laufen sie durcheinander, flüchten in die Erde. Faszinierend war es, dabei zuzusehen, als die nächste Generation schlüpfte und mit langen Flügeln ausgestattet davon flog. Als wenn sie sich abgesprochen hatten, brach exakt zum selben Zeitpunkt vergangenen Freitag die Erde an drei stellen im Garten auf und die Brut krabbelte heraus. mehr …


IMG_454814. Juli 2015 – Die Stachelbeeren sind reif. Ich ernte die Früchte ab, sie schmecken toll! Ein gutes Pfund friere ich ein. Rechtzeitig vor dem großen Juli-Regen habe ich die neue Heckenschere ausprobiert. Eine Hecke, einen hochgewachsenen Busch und der Kirschlorbeer habe ich damit gestutzt. Danach war Erholung angesagt: Auf der Hollywoodschaukel habe ich die Wochenendausgabe der Süddeutschen gelesen, frisch gebrühten Kaffee getrunken und mich an der Rosenblüte erfreut, die leider abgeknickt war. Die Regentropfen sammelten sich auf dem hellen Stoffdach der Schaukel. Pfützen bildeten sich über unseren Köpfen. Der Stoff hielt dicht. mehr …


IMG_43696. Juli 2015 – Es hat sich etwas abgekühlt, die Sonne scheint angenehm auf den Garten. Noch sind die Beete feucht vom Gewitterregen. Ich mähe Rasen, das erste Mal mit dem Benziner. Ich bekomme die Maschine schnell an. Ich bin mit Rasenmähern aufgewachsen. Sie sind bis heute ein Geschäft meines Vaters. Er verkauft und repariert sie, nimmt Geräte auch in Zahlung. Merkwürdigerweise hat er sogar Stammkunden für Rasenmäher. Ich hoffe, dass der Mäher, den wir im Equipment des Gartens vorgefunden haben, lange hält. Die Maschine läuft gut, der Fangkorb sitzt. Vornehm sieht die Grünfläche aus, als ich fertig bin. Ich schnippel die Kanten ab. Todschick! mehr …


Anhang 1(1)4. Juli 2015 – Es ist Gartenfest. Erdbeer- und Kirschkäsekuchen, Pute, Würstchen und verschiedene Salatkreationen werden von den Gästen herangetragen. Schirme aus allen Parzellen, in unterschiedlchen Mustern und Farben schützen vor der Sonne. Geschirr mit verschiedenen Formen und Zeichnungen steht auf dem Tisch, denn auch das hat jede und jeder selbst mitgebracht. Der Kleingartenverein, zu dem unsere Parzelle gehört, feiert. Fast alle sind gekommen und ich nutze die Gelegenheit, meine neuen Nachbarinnen und Nachbarn besser kennenzulernen. Die älteste Anwesende ist Gertrud mit 89, der jüngste Danni mit zehn Jahren. mehr …


IMG_43032. Juli 2015 – Es ist heiß geworden in Hamburg und mich zieht es in den Garten. Die beiden Liegen sind ideal, um es sich auf der Grünfläche gemütlich zu machen. Der Schirm wandert mit der Sonne mit. Auch jetzt gibt es viel zu tun – gießen, jähten, säen. Und die Laube weiter einrichten: Jetzt hängen bereits Vorhänge, die den Raum wohnlich machen. Auch Wassersprudler, Kaffeebereiter und Milchschäumer sind da. Bald wollen wir das erste Mal im Garten übernachten. Dafür müssen Decken und Kissen her. Lampen für die Dunkelheit haben wir bereits an die Decken gehängt. mehr …


IMG_416822. Juni 2015 – Sommergefühle kommen zum Sommeranfang 2015 nicht auf. Die 20 Grad werden mal eben so erreicht. Den Hummeln und Bienen ist das ziemlich egal. Sie fliegen von Blüte zu Blüte, holen sich raus, was sie finden. Es ist ein ständiges Summen in meinem Garten zu hören. Ich beobachte die Hummeln und bemerke, dass jede anders aussieht. Die einen sind fleckig, die anderen haben ein gestreiftes Hinterteil. Ich bin ihnen völlig egal, sie lassen die Foto-Session über sich ergehen. mehr …


IMG_405218. Juni 2015 Sie steht – endlich! Eigentlich habe ich den Garten ja nur, weil ich einmal im Leben eine Hollywoodschaukel besitzen wollte. Jetzt ist es soweit. Wie ich es geplant habe, kann ichmarin nicht nur relaxen, sondern auch arbeiten. Der Laptop liegt auf meinem Schoß (nicht im Bild), die Unterlagen stapeln sich neben mir auf einem stabilen Papphocker.

Die erste Kolonie Maiglöckchen habe ich gerupft. Sie sind so giftig, dass mein Enkel sie nicht in die Finger kriegen sollte. daher mussten sie leider aus den Beeten raus. Die anderen kommen auch nicht dran – und mit ihnen jede Menge Wurzelwerk, das sich über Jahre entwickelt hat. Es ist Schwerstarbeit, die Geflechte aus dem Boden zu ziehen, so, als würden sie sich vehement weigern, das Erdreich zu verlassen. Natürlich haben sie gegen späten und Harke keine Chance. mehr …


IMG_356911. Juni 2015 So oft es geht, fahre ich in den Garten. Wenn ich etwas arbeiten muss, nehme ich den Laptop mit. Das Großreinemachen ist mittlerweile erledigt. Die Beete sind frei von wucherndem Kraut. Das hat einige Stunden gekostet, aber es hat Spaß gemacht. Ich habe festgestellt, wie unterschiedlich die Erde auf meinem 300 Quadratmetergrundstück ist. An einigen Stellen ist sie ganz locker, an anderen komme ich kaum einen Zentimeter tief hinein. Alles ist voller Wurzeln. Die Vorbesitzer müssen zudem Erde mit Steinen aufgeschüttet haben. Das macht das Umgraben sehr mühsam. mehr …


IMG_31624. Mai 2015 Wir haben einen Kleingarten gepachtet. Er liegt direkt am Bahngleis und umfasst 300 Quadratmeter. Die Laube, die auf ihm steht, ist bereits 40 Jahre alt und sehr gut erhalten. Hier haben liebevolle Hände Haus, Rasen und Beete gepflegt.

Alte Rosenstöcke ranken sich an den Wänden. große Rhododendren beherrschen das Grundstück, ein kleiner Apfelbaum steht im hinteren Teil. An einer Wand wächst Wein, der gleichzeitig Schatten spendet. mehr …


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