Kersten Artus

Journalistin

Zum Weltkatzentag

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img_0696Eine Geschichte zum Weltkatzentag: Meine Katze frühstückt jeden Morgen mit uns. Und das seit vielen Jahren. Es läuft immer dasselbe Ritual ab. Sie wartet sitzend auf dem Frühstückstisch, den Schwanz um sich geschlungen, die Ohren in der Erwartung gespitzt, dass wir uns endlich setzen mögen.

Meine Aufgabe ist es, Katzenfrühstücksbrettchen, Schneidemesser, Malzpaste, Würstchen und fünf Stück Trockenfutter bereit zu stellen.

Die Verpackung des Würstchens reiße ich auf. Die Katze hebt nervös ihren Hintern, der Schwanz steht hoch. Ich schneide ein erstes kleines Stück ab. Das nascht sie. Danach setzt sie sich auf ihren Stuhl, hebt Ihre Pfoten auf den Tisch. Und wartet auf den nächsten Akt.

Ich habe das Würstchen mittlerweile klein geschnitten, und schiebe es auf dem Brettchen vor ihre Pfoten. Es wird gefressen.

Danach werfe ich das erste Stück Trockenfutter, und zwar in mein Zimmer. Die Katze rennt hinterher.

Manchmal fängt sie das Stück, manchmal schnappt sie es in der Luft, manchmal findet sie es nicht. Meistens aber.

Das zweite Stück werfe ich ins große Zimmer. Auch da rennt sie hinterher. Das dritte Stück werfe ich wieder in mein Zimmer. Sie rennt.

Das vierte Stück werfe ich in die entgegengesetzte Richtung in die Küche. Die Katze hoppelt jetzt mehr, als sie rennt. Das fünfte Stück lege ich auf den Tisch, auf eine kleine Elefantenskulptur, die dort zur Dekoration seit Jahren steht.

Zuvor drücke ich eine kleine Portion Katzenmalz aus der Tube auf meinen Finger, halte ihn in etwa 80 Zentimeter über den Boden. Die Katze bleibt vor mir stehen, stellt sich auf die Hinterpfoten und leckt meinen Finger ab. Das darf sie insgesamt zweimal.

Anschließend hüpft sie auf den Tisch und findet zielsicher das fünfte Stück Trockenfutter.

Zum Abschluss schmiere ich einen weiteren Malztropfen auf ihre rechte Pfote, die sie mir aus lauter Routine mehr oder weniger entgegenstreckt.

Dann erst, und zwar wirklich erst dann, gibt es für uns Zweibeiner Kaffee.

Die Katze leckt sich sauber vom Frühsport und inspiziert die Wohnung ein erstes Mal an diesem Morgen.

Dazu gehört immer auch eine Besichtigung unserer Toilette, wofür ihr die Tür geöffnet werden muss. Einmal rein, Ecken nach Spinnen durchschnüffeln (die da schon lange nicht mehr hausen, weil sie wissen, dass sie von der Katze gefressen werden), und wieder raus.

Und wer das alles nicht glaubt, muss morgens zum Frühstückskaffee bei uns vorbei kommen. Viertel vor sieben.

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