Kersten Artus

Journalistin

Kondom-Versand: Strafanzeige gegen Nazis gestellt

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170px-esther_bejarano-170x200Ich hatte berichtet, dass ich Post von Nazis bekommen hatte. Darin war neben dem üblichen Dumpfbackeninhalt ein Kondom, mit dem ich aufgefordert wurde, mich nicht fortzupflanzen. Hier hatte ich dazu gebloggt: Nazidreck in meinem Briefkasten und  Kondomhersteller nimmt zu Naziaufdruck Stellung. Jetzt habe ich mit einigen anderen, die ebenfalls diese Post erhalten habe, eine Strafanzeige gestellt. Betroffen ist auch Esther Bejarano, Musikerin und Holocaust-Überlebende. Das Neue Deutschland berichtet. Hier ist die Pressemitteilung des Auschwitz-Komittees:

Das Auschwitz-Komitee informiert:

In dieser Woche ging bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ein Strafantrag/Strafanzeige ein gegen den Vorsitzenden der sogenannten „Jungen Nationaldemokraten“ (JN), Andy Knape, den stellvertretenden Vorsitzenden und Bundesgeschäftsführer Julian Monaco so­wie die Mitglieder des Bundesvorstandes Pierre Dornbach, Patrick Kallweit, Michael Schäfer und Sebastian Richte u.a. wegen des Verdachts der Beleidigung, der Volksver­hetzung und aller anderer in Frage kommenden Straftatbestände wegen des Zusendens eines in bedruckte Pappe mit der Aufschrift „Für Ausländer und ausgewählte Deutsche“ eingeschlagenen Kondoms und einem Anschreiben an die Privatadressen der Antragstel­lerIinnen dieses Strafantrags:

Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, Kersten Artus, Bürgerschaftsab­geordnete und Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, die Bürgerschaftsabgeord­neten Barbara Nitruch, Wolfgang Rose und Heike Sudmann, die Bezirksabgeordneten Anke Ehlers (Wandsbek) und Stephen Jersch (Bergedorf) sowie Herbert Schulz, ehem. Landes­sprecher der Partei Die Linke in Hamburg.

Aus der Begründung des Strafantrags durch die Hamburger Anwältin Gabriele Heinecke:
„Der Text des Briefes ‚passt‘ zwar auf die Abgeordneten unter den Anzeigeerstattern, nicht aber auf die Person von Frau Bejarano. Der widerwärtige Inhalt macht deutlich, dass sie in einen Personenkreis einbezogen wird, den die JN auf diese Weise offen in ihrer persön­-lichen Menschenwürde herabsetzen, aus der Gemeinschaft der Bürger/innen der Bundesre-publik Deutschland ausgrenzen und ihnen die Schuld an angeblichen gesellschaftlichen Fehlentwicklungen geben will (§ 185StGB). Der Einbezug der 89‐jährigen Frau Bejarano in diesen Personenkreis muss besonders aufmerksam machen, weil es sich bei ihr bekanntermaßen um eine der letzten Überlebenden des ‚Mädchenorchesters von Auschwitz‘ und um eine der öffentlichen Mahnung um die Lehren aus dem deutschen Faschismus nicht müde werdende antifaschistische Künstlerin und Antifaschistin handelt. Es darf nicht sein, dass eine Leidtragende eines der größten Naziverbrechen sich mit der Aufforderung konfrontieren lassen muss, dass ihrem – antifaschistischen und antirassistischen – ‚Treiben ein Ende‘ zu bereiten sei. Selbstverständlich gilt Gleiches für das antifaschistische Engagement der übrigen Strafantragsteller.“

Quelle: Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V.

2 Kommentare

  1. Hallo!
    In Essen läuft ein Verfahren gegen den NPD-Stadtrat Marcel Haliti, der diese Kondome während des Bundestagswahlkampfes an ausgewählte Stadtratsmitglieder versendete. Infos dazu kann man nachlesen bei http://www.essen-stellt-sich-quer.de

    http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:ENPDJN/2013/KondomAffaire2013

    Solidarische Grüße
    Max adelmann
    für das Bündnis
    Essen stellt sich quer

  2. Eine wirklich widerwärtige Action.

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