Kersten Artus

Journalistin, Veranstaltungsmoderatorin, Öffentlichkeitsarbeiterin, Trauerrednerin

LINKE fordert kostenloses Frühstück in KItas

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anhang-14Ich freue mich sehr, dass der von mir initiierte Antrag für ein kostenloses Frühstück in allen Kitas heute vom Parteitag ohne Gegenstimmen angenommen wurde. Die Mitgliederversammlung Eimsbüttel hatte den Vorschlag bereits unterstützt. KLaus Wicher, Landesvorsitzender des SoVD, sagte in seinem Grußwort, dass er diesen Antrag sehr begrüßt, weil es eine alte Forderung des SoVD sei. DIE LINKE sei die erste Partei, die das aufgreift.

Gesunde und ausgewogene Ernährung durch kostenlose Essensversorgung in Kitas ist eine Voraussetzung für die Entwicklungsfähigkeit eines Kindes. Nur mit regelmäßigen Mahlzeiten ist es möglich, zu lernen und am sozialen Leben der Kita umfassend teilzuhaben. Um die Chancengleichheit für alle Kinder zu ermöglichen, ist es daher erforderlich, eine vollständige kostenlose Essensversorgung in Kitas anzubieten. Ein kostenloses Frühstück ist ein Beitrag gegen die sozial bedingte Spaltung und Bildungsarmut. DIE LINKE. Hamburg wird sich dafür einsetzen, dass das Frühstück zum Regelangebot in allen Kitas wird. (Beschlossen ohne Gegenstimmen am 27. Juni 2015 auf dem Landesparteitag DIE LINKE Hamburg)

Begründung:

Mittlerweile haben alle Kinder unabhängig von der Berufstätigkeit der Eltern ab ihrem vollendeten ersten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf eine beitragsfreien Betreuung sowie ein kostenloses Mittagessen. Diese Rahmenbedingungen wurden von engagierten Eltern durch jahrelange Auseinandersetzungen durchgesetzt. Sie sind eine Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für eine frühkindliche Bildung.

Das kostenlose Mittagessen war jahrelang Bestandteil der Auseinandersetzung zwischen Senat und Eltern. DIE LINKE hat sich stets dafür eingesetzt, dass das Mittagessen in Hamburgs Kitas kostenlos ist. Aus gutem Grund: Damit sich Kinder ausgewogen und gesund ernähren, sind regelmäßige Mahlzeiten mit sozialem Kontext von hoher Bedeutung. Geregelte Essenszeiten und gemeinschaftliches Essen gelten als „soziale Schule“.

Die Bevölkerung ernährt sich leider nicht gut: Es wird viel zu kalorienreich gegessen. Fett und Zucker führen bei immer mehr Menschen zu Übergewicht. Die Weltgesundheitsorganisation gab vor kurzem bekannt, dass laut einer Studie im Jahr 2030 zwei Drittel aller Männer und knapp die Hälfte aller Frauen übergewichtig sein werden. Auch der Anteil an krankhaft Fettsüchtigen wird ansteigen. Die Folgen sind Einbußen in der Lebensqualität, chronische Erkrankungen, Verkürzung der Lebenszeit. Hinzu kommen Isolation und Stigmatisierung: Der soziale Status wird nicht selten an der körperlichen Erscheinung festgemacht.

Das Frühstück spielt zur Vorbeugung von verhaltensbedingten Krankheiten im Jugend- und Erwachsenenalter eine zentrale Rolle. Von Bedeutung ist es, dass allen Kindern gleichsam sattmachende und energiespendende Lebensmittel zur Verfügung stehen. Was für das Mittagessen gilt, gilt auch für das Frühstück: Gemeinsam und regelmäßig eingenommen, hat jedes Kind große Vorteile. Es ist ein Bestandteil frühkindlicher Förderung und ein Beitrag zur Chancengleichheit.

Das Frühstück in Hamburgs Kitas ist bislang aber nicht kostenlos. Damit haben die Kinder einen unverhältnismäßigen Nachteil, deren Eltern das Frühstück nicht bezahlen können oder auch wollen. Sie bringen ihr Kind schlimmstenfalls erst nach dem gemeinschaftlichen Gruppenfrühstück in die Kita.

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