Kersten Artus

Journalistin

Wir sind anti-einkaufen

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Wer zulässt, dass Kinder durch die Gänge schieben und auf Augen- und Griffhöhe in einen Einkaufswagen einladen können, riskiert entweder Chaos oder Geschrei. Oder dass Eltern, resp. Großeltern, nicht mehr dort einkaufen gehen, weil Megastress mit dem Nachwuchs programmiert ist. Quengelware all überall. Selbstverständlich kann kein Kind bestimmen, was eingekauft wird und wie lange man sich im Geschäft aufhält. Das ist ein Naturgesetz. Wir haben heute das Gegenteil gemacht.

Mein Enkel und ich waren anti-einkaufen. Das ist, wenn das ist: Man hat Zeit und braucht nichts. Mit 18 Monaten verfügt man zum Glück auch nicht über soviel Lebenserfahrung, um den Überblick zu behalten, was alles im Wägelchen gelegen hat. Das habe ich zum Abschluss des Ani-Einkaufs schamlos ausgenutzt. Das meiste, was er eingepackt hatte, habe ich entsorgt. Heimlich, unauffällig, nebenbei. Die Lippenstifte legte ich zum Katzenfutter,  den Mascara zum Mehl, die Zahnpasta zum Spülmittel. Das Holzpuzzle wird von den Angestellten zwischen den Weinflaschen gefunden werden. Im Ergebnis kauften wir eine Aluminiumtrinkflasche, einen Naturschwamm, 1x Duschgel, 1x Kinderpopocreme, einen Müsliriegel, 1 Flasche Selter, einen kleinen Regenschirm.

Sorry, liebe Angestellte. Ihr müsst das leider aufräumen. Aber Ihr hattet ein glückliches Kind, das durch Eure Filiale gelaufen ist.

 

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