Kersten Artus

Journalistin

Nachwurf

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„Lass uns bald zusammensetzen, damit wir Frauen aus der Fraktion uns keine gegenseitige Konkurrenz machen.“ Das sagte Dora Heyenn ein paar Monate vor der Bürgerschaftswahl zu mir. Das war Dora, wie ich sie kennen und schätzen gelernt habe: Strategisch denkend und mit dem Gespür für Lösungen, um nicht im falschen Moment unnötige Konflikte vorzufinden.

Ich hatte Vertrauen zu Dora. Und auch Respekt. Respekt gegenüber einer Person, die eine unglaubliche Kondition hat, die kämpfen kann und die nicht nachgibt, wenn sie ihr Ziel erreichen will. Wenn Dora etwas erreichen wollte, hat sie selten jemanden geschont. Aber sie hat immer auch Menschen eingebunden und teilhaben lassen.

Am Wochenende ist sie aus der Partei ausgetreten.

Zu Beginn unserer gemeinsamen Arbeit leisteten wir Pionierarbeit: Im Rathaus Räume finden (Das ehemalige Schill-Büro und das Raucherzimmer der CDU), eine Bleibe für die Fraktion und ihre Beschäftigten, eine Abgeordnetenbürogemeinschaft bilden, parlamentarische Gepflogenheiten kennen- und nutzen lernen und anderes mehr. Das war ein gemeinsamer Aufbruch. Eine schöne, anstrengende Zeit. Nachdem wir in die Räume der Buceriusstraße gezogen waren, trennte sich die Fraktion räumlich: Dora siedelte ihr Büro im Rathaus an. Wir anderen hatten uns zu einer Bürogemeinschaft zusammengeschlossen. Ich fand das plausibel, Dora hatte gute Argumente dafür: Als Fraktionsvorsitzende hätte sie so kurze Wege. Sie richtete ihr Büro mit dunklen Möbeln ein und hängte sich ein drei Meter langes und ein Meter hohes Bild an die Wand, das die 2000 Jahre alten Krieger der chinesischen Terrakotta-Armee zeigte.

Als Fraktionsvorsitzende hatte Dora die sprichwörtlichen Hände voll zu tun. Sie arbeitete aber weiter als Lehrerin. Es würde sie erden, sagte sie immer. Ich fand das plausibel. Als sie allerdings vor drei Jahren für den Parteivorsitz kandidierte, um mit Dietmar Bartsch zusammen DIE LINKE zu führen, fand ich das nicht mehr nachvollziehbar. Ich sprach mich – als Parteitagsdelegierte – vorher offen dagegen aus. Auch Gregor Gysi, der mich überraschend anrief (Wo hatte er eigentlich meine Nummer her?) konnte mich nicht umstimmen. Dora war hingegen überzeugt davon, dass sie beides gleichzeitig schaffen könne. Als sie nicht gewählt wurde, war ich erleichtert.

Ich hatte genug mit mir selbst und meinen Abgeordnetenaufgaben zu tun, um wahrzunehmen, dass Doras Gespür für Lösungen verlorengegangen zu sein schien. Die Spannungen in der Fraktion nahmen zu, vor allem, seit „ListeLinks“ regelmäßig an den Fraktionssitzungen teilnahm. Dora hatte den Vorstoß, die Sitzungen parteiöffentlich zu machen, unterstützt. Ihr Argument: Das sei auch bei anderen Landtagsfraktionen der LINKEn so üblich. Nur hatten die ja keine „ListeLinks“! Schnell reduzierte sich dann auch die Teilnahme der Parteiöffentlichkeit auf „ListeLinks“-Mitglieder. Sie schrieben fleißig mit, was wir so äußerten. Manchmal störten sie auch den Ablauf, riefen dazwischen, machten abfällige Bemerkungen. Einmal griffen sie ein Fraktionsmitglied verbal massiv an. Dora hatte die Redeleitung, schaute währenddessen nach unten.

Ihre Nähe zu dieser Gruppe wurde mir erst langsam klar. Ihr Argument für die Zusammenarbeit mit ihnen schien mir aber auch plausibel: Wenn man Wissenschaftspolitik machen wolle, komme man an denen nicht vorbei, da sie vorwiegend an der Uni wirkten.

Ich glaube, Dora war und ist bis heute überzeugt davon, dass sie als Pädagogin die „ListeLinks“ im Griff hatte und nicht umgekehrt. Sie hat dabei aber wohl völlig ausgeblendet, dass ihr der Rest der Partei zunehmend nicht mehr wohlgesonnen war. Wie sonst lässt sich ihr Wahlergebnis für Platz 1 der  Landesliste für die Bürgerschaftswahl 2015 von 54 Prozent erklären? Mindestens zwei Bezirke haben dem Vernehmen nach komplett nicht für sie gestimmt. Wo war ihr Gespür für Lösungen geblieben, um nicht im falschen Moment unnötige Konflikte vorzufinden?

Kritik focht Dora nicht an. Ich hatte oft den Eindruck, dass sie sie sogar anspornte. Sie ist niemand, die so leicht aufgibt. Eigentlich ist das eine gute Eigenschaft, die für ein Führungsamt im Haifischbecken Politik wichtig ist. Ich habe eine derartige Resistenz gegenüber Kritik aber sonst nur bei machtgetriebenen und vor Selbstbewusstsein strotzenden Managern erlebt. Und von denen habe ich Jahrzehntelang genug kennengelernt. Mir war aber auch klar: Durchsetzungsstark und hart muss man als Fraktionsvorsitzende auch oft sein.

Das Phänomen „ListeLinks“, deren Abbild „Harte Zeiten“ in abgeschwächter Form bei der SPD wirkt,  ist Außenstehenden schwer zu erklären. Es ist auch vielen im Landesverband der LINKEn schwer zu erklären, die die lange Geschichte dieser Gruppe nicht kennen, deren Kerntruppe bereits die PDS in Hamburg schon Mitte der 1990er Jahre chaotisiert hat und in die Arbeitsunfähigkeit stürzte. Mal kurz gesagt: es ist eine Gruppe, die die „reine Lehre“ vertritt. Sie halten nur ihre Formulierungen und Analysen für richtig. Alles, was auch nur den Hauch eines pragmatischen Politikansatzes beinhaltet, wird bekämpft, inklusive der Person, die sie äußert. Parteitage werden von ihnen regelmäßig zu Textredaktionen umfunktioniert und mit Geschäftsordnungsanträgen überzogen. Manche sagen: Schmeißt sie raus. Aber: Wie soll man Leute rausschmeißen, die mantramäßig Passagen aus Partei- und Wahlprogrammen aufsagen und Zusammenkünfte mit Zitaten von Klassikern penetrieren?

Im Frühherbst 2014 bekamen Mitglieder der Fraktion anonym eine schlecht lesbare Kopie eines Ausdruck einer E-Mail zugespielt, die von einem Mitglied der „ListeLinks“ an Dora gerichtet gewesen war. Darin standen neben Änderungen für einen Antrag zu einem bevorstehenden Landesparteitag viele unschöne Dinge über Mitglieder der Fraktion. Außerdem war darin eine Einschätzung zu lesen, dass Mitglieder der Fraktion mit „Verwässerungen unserer Präambel“ eine Anmaßung betreiben und diese sich gegen sie als Fraktionsvorsitzende richten würden. Der Schlussabsatz der Mail lautet: „Da ich Morgen allein mit denen bin, wäre es gut, wenn wir uns vorher noch verständigen. Bitte rufe mich an. Die lassen wir nicht mehr aus den Fingern.“

Diese Mail wäre ein Anlass gewesen, zu sagen: Leute, ihr übertreibt es. Lasst das Mobbing. Es wäre notwendig gewesen, sich schützend vor die Fraktion zu stellen. Das geschah nicht. Stattdessen schuf Dora Nebenschauplätze: Ihr Email-Account im Rathaus sei geknackt worden. Außerdem würde sie viele E-Mails erhalten und könne nicht jede ernst nehmen. Dass wir aber erschüttert waren, dass es uns sehr ernst war, erreichte sie nicht. Wir erklärten, wir wären nicht an Ihrem Rechner gewesen. Es handele sich um eine Kopie, nicht um eine Weiterleitung oder um einen direkten Ausdruck. Sie hat uns nicht geglaubt.

Dora hat nach ihrer Nichtwahl zur Fraktionsvorsitzende öffentlich gesagt, sie sei belogen und betrogen worden. Die Nähe von Dora zu „ListeLinks“ hat aber vor allem große Besorgnis und Misstrauen hervorgerufen. Sie war wahrscheinlich nicht imstande, das zu spüren. Sie hat die Kritik nicht aufgenommen, sie hat das Phänomen der 54 Prozent offenbar nicht verstehen wollen.

Die Entscheidung der neuen Fraktion, Dora nicht mehr zur Fraktionsvorsitzenden zu wählen, hielt und halte ich für falsch. Es hätte die Möglichkeit bestanden, die Fehler der Vergangenheit mit einem Neuanfang zu korrigieren. Doras Qualitäten und ihre Erfahrung wären wichtig für uns alle gewesen. Sie als Mensch wäre wichtig gewesen. Ein Putsch, wie behauptet, ist die Nichtwahl aber nicht gewesen. Ein Putsch ist überraschend und gewaltsam. Und ein Vergleich mit Heide Simonis, die 2005 nach vier Wahlgängen keine Mehrheit für die Wahl zur Ministerpräsidentin erhielt, und den Dora anschließend strapaziert hat, greift auch nicht.

Fehler haben alle Seiten gemacht, ich schließe mich auch nicht aus, auch wenn ich der neuen Fraktion nicht mehr angehöre. Aus meiner Sicht ist es aber jetzt ein Fehler, ohne Parteimitgliedschaft weiter Mitglied der Bürgerschaft bleiben zu wollen. Trotz vieler Einzelstimmen bei der Bürgerschaftswahl. Aber Eitelkeit, die aufgrund einer hervorgehobenen Stellung und vieler Fans entsteht, darf nie so überhand nehmen, dass man sich überhebt über die eigene Geschichte und über jene, die den Gesamterfolg erst möglich gemacht haben. Auf Doras Ticket in die Bürgerschaft stand DIE LINKE. Und wie man sieht, hat die neue Bürgerschaftsfraktion mit ihrem konsequenten Nein gegen die großsüchtigen Pläne, die olympischen und paraolympischen Sommerspiele 2024 in Hamburg auszurichten, auch ohne Dora sehr gute Arbeit geleistet. So schnell wird man Geschichte.

Es gab leider nie eine von Dora initiierte Zusammenkunft der Frauen der Fraktion, um sich in Bezug auf die Listenplätze der Landesliste abzustimmen. Vielleicht wäre dann einiges anders gelaufen. Aber vielleicht war es zu diesem Zeitpunkt auch schon zu spät, gemeinsam weiterzumachen wie bisher.

Es bleibt der noch offene Punkt, wann die Probleme hätten angesprochen werden sollen. So werfen uns einige Wahlbetrug oder Wählertäuschung vor. Ich finde das lächerlich. Es sind natürlich einige Menschen sehr enttäuscht gewesen. Aber der Großteil, der so brüllte, hat weder Dora noch DIE LINKE gewählt. Er hatte sich nur an Dora gewöhnt und zum Teil auch mal in ihrem Büro mit den dunklen Möbeln gesessen. Und auf die Terrakotta-Armee geschaut.

7 Kommentare

  1. Liebe Kersten,
    danke für Deine faire Darstellung der Dora-„Geschichte“.
    Sieglinde

  2. Ich habe noch nicht verstanden, warum und worauf das ein Nachruf sein soll. Oder habe ich etwas übersehen?

    • Liebe Kersten, vielen Dank für deine Ausführungen, sehr hilfreich! Was nun wohl aus den Fans der LiLis wird?
      Fred Jörke-Kunath möchte ich darauf hinweisen, dass die Überschrift „Nachwurf“ und nicht „Nachruf“ ist

  3. Liebe Kersten, auch ich danke Dir für die Darstellung, der ich weitgehend folge. Dora hatte ich immer als eine Frau empfunden, die ein sicheres Gespür dafür hatte, was geht und was nicht geht. Sprichwörtlich ihr Engagement und ihre Energiequellen, die nie zu versiegen schienen und die Lust am Politikmachen.

    LINKE Politik sollte die Bezüge zur Kritik der Politischen Ökonomie nie verlieren, weil wir hier das Werkzeug finden, die strukturellen Ursachen für viele Gegenwartsprobleme zu finden. Das betrifft jeden Politikbereich, auch den, der in den Parlamenten betrieben wird.

    Mir scheint, dass an dem Problem Dora in aller Deutlichkeit der Widerspruch zwischen verbaler Radikalität, verkleidet in Textbausteinen aus der „reinen Lehre“ und der praktischen Politikarbeit in der Gesellschaft aufscheint. Der LINKEn täte aus dem bedauerlichen Debakel um Dora eine tiefergehende Debatte um ihr eigenes Theorie- und Politikverständnis gut.

  4. Ich hatte auch erst „Nachruf“ gelesen und nach Lektüre gedacht, es eher für eine Abrechnung zu halten, im positiven Sinn ab_er, nun, die Korrektur zu „Nachwurf“ wird dem eher gerecht.
    Ich entnehme mal ein Satz und formuliere ihn allgemeiner:
    „Die Nähe zur „ListeLinks“ löst vor allem große Besorgnis und Misstrauen aus!“
    Wenn diese Gruppe die „Reine Lehre“ vertritt, hat man Dieser Gruppe im Grunde in dieser Lehre gegenüber zu treten, sich auf Augenhöhe mit ihr und ihrer Lehre bezüglich unserer Probleme auseinander zusetzen. (darum geht es mir im Folgenden)
    So würde es einer Partei gut zu Gesicht stehen, weil, es hieße uns am Ende zu einer wirklichen Geschlossenheit führen, auch zu einer Programmatik von der aus man IN jedem Parlament aufzutreten vermag !:
    Wenn wir die Pluralität einer „Volkspartei“ anstreben, wohl im Bestreben viele „Linke Bündnispartner“ zu gewinnen, brauchen wir vor allen Dingen eine „Integrative Persönlichkeit“ nach Innen wie nach Außen; Dafür – um mit möglichst vielen Anderen zum Anderen hin – unser Name „die Linke“ steht, auch unser Programm, welch-es-sich- mal unter dem Motto „Dem Gerechten Wohlstand“ viel Erfolg fürs Volk verspricht.
    Sie werden mir vielleicht den nicht, oder doch schon wieder den existierenden Mangel an beachtenswerten Schwerpunkten, bzw. die fehlende, oder immer noch vorhandene (klassenbezogene) Priorität vorwerfen.
    Darum brauchen wir wohl anscheinend – neben unserem allgemeinen „richtungsgebenden Namen“ und den vielen fortschrittlichen Programmpunkten, nebst vieler dafür integrativ wirkender darum kompetent zuständig seiender Persönlichkeiten – auch (die) eine Integrative Person, oder soll ich sagen die„(per)S(ohn)(macht)ache“
    Wenn ich sage „Anscheinend“ meine ich „wir brauchen weder das Eine noch das Viele Andere -:- Vorausgesetzt wir würden uns im Kern auf eine Sache einigen !“
    Ihr, oder einige von Euch werden jetzt sagen, wir haben „dies Eine“ doch schon in Marx.
    Und schon komme ich – oder kämen wir dann – auf den Kasus Knaktus wirklicher, hieße wohl fruchtbarer Auseinandersetzung:
    Zum Einen hätten wir dann wohl zum alten Namen „Partei des Demokratischen Sozialismus“ zurück zu kehren, wohl weil am Ende einer demokratisch fruchtbaren (nie furchtbaren) Auseinandersetzung Wir in FRucht wie in Befruchtung zu kommen haben;
    Nie darum in Vielem Anderen, sondern eben nur in diesem Kern Eines Sich konkret zu verwirklichenden Zieles-(von)-Wegen uns zu verstehen haben, hieße dann aber nicht unseren, sondern „dDen Sozialismus“ hier&heute vollständig parlamentstauglich-, weder innerhalb unseres-§-Gestrüpps zu rechtfertigen-, noch uns IN „Massenwahlkonformer Weise“ ewig um Macht buhlend präsentieren zu müssen!
    Also [IN] Zukunftsmusik [auch hier heute schon zu präsentieren haben] !Hheute will ich nur etwas zur Auseinandersetzung beitragen:
    Ich halte den Begriff vom Klassenkampf für obsolet
    Nicht die beiden Klassen AnSich, sondern – im Grunde den „Klasse-Man(Mensch) – das Klasse-Weib(Wesen)“ halte ich gerade IN dieser Trennung beider Begriffe für überaus notwendig, und darum – unseren Krampf drumrum halte ich für überaus schwachsinnig !
    Marx hat das Ende des „Feudalismus, besonders in unserem modernen Gewand“ und damit erst den „modernen Menschen in Herrschaft des Proletariers“ prophezeit.

    Auch damit, dass wir alle proletarisieren und uns trotzdem feudal amüsieren, jeder auf seine, je nach Leistungsträgerschaft mehr oder weniger, jeder auf seine sich auf eine oder abwechselnd mehrere von unseren sich viel versprechenden Inseln zurück verzieht; Darum hat sich Ja Seine Prophezeiung mittlerweile nicht eingelöst, besser gesagt uns ins (korrupte) Nichts hinterlassen; also eines wirklichen Nachrufs für würdig (v)ergeben.

    Somit tritt die FRage der Herrschaft über unser Land in den Vordergrund und die KLassen und sein Kampf drumrum betrifft jeden persönlich, weil jeder auf seiner Insel sein Heil zu suchen vermeint, einige sogar in Sucht verkommen !

    Die immer kleiner werdende, sich un(s)wohl im Gebrauch des Begriffs „vom Klassenkampf“ vieles mehr versprechende Insel, meint unwohl den Kampf der Kästen, vordringlich den um UmVerteilung der Pfründe, um diesem ganzen veröffentlichen Krampf mal etwas ganz Grundsätzliches entgegen zu setzen, mit dem Versprechen um die ganze Macht, bzw., angesichts immer kleiner werdenden Inseln, um wenigstens oder noch immer unter diesem Motto zum Kampf für Leistungsgerechten Lohn aufzurufen.
    Zum „gerechten Lohn“, gerade von Sozialer Arbeit, komme ich aber sehr wohl viel besser in Auseinandersetzung um unsere zwei wahrhaftigen Klassen „Mensch gegenüber Wesen“, auf die ich hier nur insoweit eingehen will, dass IN dieser Art von Hoheitlicher Auseinandersetzung zwischen Kopf-(Man)-Arbeit – Wesenhaft-Kreatürlich(Weib)-Arbeit ES im Grund gar nicht und schon gar nicht mehr um den Kampf um Lohnzuwachs geht, als viel mehr um eine ganz andere qualitative Einordnung dDessen zu gehen hat; Es geht doch wohl um die prinzipielle Gleichwertigkeit beider Klassen! Das betrifft auch die Gleichwertigkeit der Höhe beider Arten von Investition: Zum Einen die ins Produktive von Manufaktur(was Rein dort entschieden wird) zum Anderen die Investition ins REproduktive vom Staat, die Rein dort entschieden wird; Betrifft also überall unser scheinbar öffentliches, wahrhaftig immer noch (geknechtetes)„Obrigkeitsorientierte-Behörden-Dasein auch hier/heute mich ganz persönlich hinterlassend.
    Ich bin hier in Antizipation dessen, im übrigen in meiner Reinen Lehre. Auch Real gibt es das „Reine Pendel“ nicht und doch ist es in AnWendung Reiner Lehre, in Physik wie in Untersuchung der Natur nützlich !
    Bezüglich des Lohnes mag es in freierer Wirtschaft, relativ, bezogen auf unser „(ver)öffentlich(t)es Obrigkeitsanheischige stets um Zuwachs an Pfründen orientierte Dasein“ sogar möglich sein, dass ein guter Polier mehr verdient als ein guter Bauingenieur.

    Darum halte ich den Begriff vom Klassenkampf, wie wohl alles von Kampf und Gewalt, darum es ja gerade in seiner „homöopathischen“ – kaum für diskussionswürdigen, weil nicht mehrheitstauglichen, darum sehr wohl tabuisierten – Natur, welche aber im Grunde eine Übertragung von etwas höchst Persönlichen aufs zu tiefst wirksame und darum ja auch verletzliche von Macht beruht, nicht nur für obsolet, sondern, wie ich überhaupt jeden (heute zunehmend ritualisierten) Kampf für überaus verwerflich halte!
    Das einzig Sinnvolle im Sinnlosen ist die Verweigerung !

  5. Hi Kersten nach langer Zeit lese ich Deinen verständlichen Beitrag zu Dora.

    Ich mache es ganz kurz: ich weiß, dass man mit politischen wie religiösen Fanatikern nicht reden kann. Dann heißt es Scheidung / Trennung. Es bringt nichts.

    somit stimmt absolut der letzte Satz des Vorschreibers, dem Sinnlosen sich zu verweigern. Alles andere ist vergeudete Lebenszeit – und diese ist nun mal begrenzt.

    Es grüßt Elke

  6. Nachtrag: 27591 Direktstimmen berechtigen Dora auch als Fraktionslose in der Bürgerschaft zu bleiben. Nun kann sie sich auf sich selbst besinnen, ist auf sich selbst zurückgeworfen und kann vielleicht sogar effektiver arbeiten – es wurde Platz und Raum. Mögen ihre Kräfte reichen und sie im Notfall auch rechtzeitig die Reißleine ziehen. Jeder Mensch muss wissen, wann man zu gehen hat. Das gilt für alle Beziehungen – zu wem auch immer.

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