Zwischen Hoffen und Bangen

Selfie vor der OP

Es ist vorbei. Nun kann ich darüber schreiben. Das ging vorher nicht, denn ich musste in den letzten Wochen mit zwiespältigen Gefühlen klarkommen. Und wollte meine Gemütslage nicht bloßlegen. Wollte weder die berühmten Pferde scheu machen noch andere zum googeln verleiten, weil mir mein eigenes Halbwissen bereits mehr als reichte. So wussten nur ganz wenige Menschen Bescheid.

Meine Frauenärztin hatte Mitte Juni bei einer Routinevorsorge eine Zyste entdeckt. Und weil die an einer Stelle saß, wo sie – in meinem Alter – nicht mehr hingehörten sollte, empfahl die Ärztin sowohl ihre Entfernung wie auch die der Keimdrüse, an der sie hing. Sie überwies mich an ein Krankenhaus, das für diese Art Operationen eine gute Adresse sein soll.

Vielleicht hätte sie aber einige Sätze nicht sagen oder ihre Vermutungen anders ausdrücken sollen. So aber sagte sie: “Man kann ja immer etwas finden.” – “Das kann auch Überdiagnostik sein.” – “Dahinter kann sich etwas verbergen, was auch nicht so schön sein kann.” Aussagen, die auf mich wirkten, langsam in mich einsickerten, von meinen Gedanken Besitz ergriffen, mich Stück für Stück hilfloser machten. Vielleicht aber hätte der Befund auch gar nicht so viel ausgelöst, hätte ich nicht mehrere Wochen auf das Gespräch im Krankenhaus warten müssen. Denn natürlich rief ich gleich dort an. Doch erst vier Wochen später hatte man Zeit für mich. Mehr lesen

Gesund werden mit dem KOPP-Verlag?

Auf der Suche nach neuen Erkenntnissen, Teil 1

Ihre Gesundheit ist den meisten Menschen wichtig. Hätten sie drei Wünsche frei, würden sich 58% von der guten Fee Gesundheit wünschen, lautet das Ergebnis einer Umfrage. Schade, dass es die gute Fee nicht gibt. Sie würde den Wunsch nach Gesundheit nämlich auch kostenlos erfüllen. Schwuppdiwup und schon wäre es passiert.

Der Glaube an die gute Fee ist bei Erwachsenen nicht mehr ausgeprägt – und so geben sie eben Geld aus, damit sich der Wunsch nach Gesundheit erfüllt. Erst recht, wenn man von einer lebensbedrohlichen Krankheit heimgesucht wurde, etwa Krebs. Knapp eine halbe Million Krebsneuerkrankungen gibt es jedes Jahr. Dass eine Krebsdiagnose heute längst kein Todesurteil mehr bedeutet, ist bei vielen offenbar noch nicht angekommen. Dass der Anstieg an Krebserkrankungen vor allem an der insgesamt längeren Lebenserwartung und genaueren Diagnoseprogrammen liegt, ebenfalls nicht. Dass ein Drittel aller Krebserkrankungen auf persönliches Verhalten etwa wie Nahrungsaufnahme und Genussmittelkonsum (Rauchen/Alkohol) zurückzuführen ist, mögen manche auch nicht wahrhaben. Immer noch werden Krebs schicksalshafte Ursachen zugeschrieben. Oder charakterliche. Genauso sieht es bei den Heilungschancen aus. Die Folge ist: Mit Erkrankten lässt sich viel Geld verdienen – nur leider ohne dass sich die Erwartungen erfüllen. Mehr lesen