Kersten Artus

Journalistin

Matthiae-Mahl: Nein, solange es Tafeln gibt!

| 1 Kommentar

foto15Mal wieder findet das Matthiae-Mahl statt. Mal wieder habe ich eine Einladung erhalten. Mal wieder werden ich und die anderen sieben der Linksfraktion Hamburg absagen.

Ich finde es immer noch unerträglich, dass der Senat einmal im Jahr für viel Geld dieses traditionsreiche Essen ausrichtet und keinen Cent dafür verlangt. Dabei nehmen viele daran teil, die sich das locker leisten könnten.

Wie wäre es, wenn die diesjährigen Gäste ein Mahl in der Tagesobdachlosenstätte in der Bundesstraße einnehmen würden? Sich wie alle an die Schlange stellen, sich wie alle einen Platz suchen würden? Und dann ein paar Gespräche führten über die Not, nicht mehr satt werden zu können. Ab Mitte des Monats ist bei vielen nämlich der Geldbeutel klamm, da reicht es nicht mehr für ein vollwertiges Essen.

Ich sage das Matthiae-Mahl solange ab, solange es Tafeln gibt. Solange Menschen in der TAS Essen gehen müssen. Solange Mittagerssen in Kitas nicht kostenfrei sind.

Ein Kommentar

  1. Solche wie auch immer „traditionsreichen“ oder auch nicht wirklich nötigen Veranstaltungen sind auch aus meiner Sicht nicht zu akzeptieren, so lange sie einen Schlag in das Gesicht der Menschen bedeuten, die sich aus Armut an den Tafeln in die Reihe stellen müssen, weil es die Politik permanent versäumt hat, ihnen ausreichende Mittel zum täglichen Überleben zu sichern. So lange der Reichtum in den Taschen weniger Menschen so unverhältnismäßig wächst wie er es derzeit täglich tut, so lange wird es leider auch immer noch genügend oberwichtige MitläuferInnen – gerade in der Poltik – geben, die nichts dabei finden, Steuerzahlergeld für solche Protzveranstaltungen auszugeben. Man bereichert sich ebenwo man eben kann und auf „lau“ teuer essen … da hat doch das Gewissen dieser „Elite“ keinen Platz mehr…leider!

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