Sexuelle Bildung und ein Recht auf Informationen für alle

pro familia Hamburg hat 16 Sprachmittlerinnen mit einer selbst konzipierten Veranstaltungsreihe fortgebildet. Ein bislang einzigartiges Projekt, das Erfolg hat.

Ein Bericht von Kersten Artus, Vorsitzende pro familia Hamburg


“Da unten” kann vieles bedeuten. Bei pro familia Hamburg wissen die Berater*innen und Sexualpädagog*innen allerdings meistens, was damit gemeint ist. Sie machen in ihren Beratungen und Veranstaltungen oft die Erfahrung, dass viele Menschen über bestimmte Körperregionen nicht sprechen können oder wollen, geschweige denn innere und äußere Geschlechtsorgane benennen oder zuordnen zu können. Eben die “da unten”.

Oft ist Scham ein Grund, Dinge nicht aussprechen zu können, um die es bei pro familia geht. Es kommt vor, dass Ratsuchende Begriffe gar nicht erst kennen. Nicht nur inhaltliche Begriffe sind bei Zeiten unbekannt; auch jene, die sich um das Angebot von pro familia Hamburg drehen. In manchen Sprachen gibt es den Begriff “Beratung” nicht. Es muss also erklärt werden, dass man sich da gegenübersitzt und nicht etwa einer Anweisung folgen muss. In vielen Teilen auf der Welt ist es nicht üblich, bei Problemen fremde Menschen aufzusuchen – dafür gibt es die Familie. Mehr lesen

Hartz IV-Familie nimmt Flüchtlinge auf

anhang-14-e1450811864141Es ist keine Weihnachtsgeschichte, es ist eine normale Geschichte. Und doch ist sie es nicht, denn wenn eine Sarah Connor oder ein Kai Diekmann Flüchtlinge aufnehmen, kann sich das jeder gut vorstellen, sie haben ja viel Platz in ihren großen Häusern. Wenn aber eine Alleinerziehende und ihr Sohn gleiches tun, ist es außergewöhnlich. Von dieser Familie handelt diese Geschichte.

Dass es so zeitintensiv würde, hätte Manuela Pagels (55) nicht gedacht, als sie die Idee hatte, eine syrische Familie aufzunehmen. „Mir taten die Menschen einfach Leid, die tagtäglich am Hamburger Hauptbahnhof stranden. Ich habe mir vorgestellt, wie es mir ergehen würde, wenn ich mit meinen Sohn hätte flüchten müssen.“ Manuela wollte daher das wenige, was sie hat, teilen. Sie ist Aufstockerin, weil ihr Lohn, den sie als Reinigungskraft verdient, zum Leben nicht reicht. Zusammen mit Ibo (10) lebt sie in einer Erdgeschosswohnung in der Eimsbütteler Lenzsiedlung. Drei Zimmer, Küche, Bad, kleine Terrasse – das ist ihr kleines Reich, das sie teilen wollte. Mehr lesen

Weibliche Flüchtlinge brauchen Hilfe und Anerkennung

11259116_1044418855578383_4094908246475454235_oBericht vom Frauenplenum

Viele Politiker und Politikerinnen und auch viele Medien haben mit einem Mal das Patriarchat entdeckt. Sie sorgen sich – angesichts der vielen jungen, männlichen, muslimischen Männer, die derzeit als Flüchtlinge in unser Land kommen – um die Sicherheit und Gleichberechtigung der deutschen Frauen.

Das ist nicht der Grund gewesen, warum sich das Frauenplenum mit der aktuellen Migrations- und Flüchtlingsbewegung befasst hat.

Wir sind vielmehr der Auffassung, dass linke Feministinnen und Sozialistinnen dringend ihre Position zur Flüchtlingsdebatte einbringen müssen. Wir, linke Frauen und Mitglieder der LINKEN, lehnen den so genannten Femi-Nationalismus ab. Er ist rassistisch motiviert. Er spaltet, und lenkt von den sozialen Ausmaßen und den Verursachern der Krise ab. Mehr lesen

In der Messehalle B7

img_5960Ich habe zwei Riesenpakete Windeln gekauft, drei Großpackungen Papiertaschentücher und das Regal mit der Malkreide leer geräumt. Damit habe ich mich zur Messehalle B7 aufgemacht, wo für die Flüchtlinge eine Kleiderkammer eingerichtet wurde. Schon vor dem Eingang stapeln sich Kartons und Plastiktüten. Es wirkt chaotisch, aber es hat System: Hier wird erst einmal vorsortiert. Ich stelle meine Sachen dazu. Als ich in die Halle komme, sehe ich ein Schild: „Keine Kuscheltiere, bitte wieder mitnehmen!” Wegen der Hygiene.  Mehr lesen