An meiner Leselampe hängt eine rote Puppe. Ich habe sie mit einem dünnen Bindfaden aufgehängt in der Hoffnung, dass sie meinen Enkel interessieren möge. Nun ist es soweit: Neugierig schaut er sie an.
Er greift nach ihr – leider ins Leere. Denn die Puppe wackelt und schwingt, und die kleinen Finger sind noch nicht so schnell, dass sie das Objekt rechtzeitig umfassen.
Und als wenn sie das Vorhaben unterstützen könnten, bewegen sich jetzt auch Beinchen und Füßchen. Sein ganzer Babykörper arbeitet konzentriert an dem Plan, die Puppe an sich zu ziehen. Dann greifen die Hände erneut zu – und fassen endlich ein Puppenbein. Was für ein Erfolg! Was für eine Leistung! Ab jetzt wird entdeckt! weiterlesen
Die Polizei verweigerte GewerkschafterInnen am Tag der Arbeit, den 1. Mai, den Zutritt zum Hamburger Gewerkschaftshaus. Tausende von Menschen demonstrierten zuvor auf der Straße zum Besenbinderhof.
Die Koffer sind gepackt, das letzte Frühstück im achten Stock des Peace Hotels eingenommen. Wir starten zu unserer letzten Station, bevor es mit dem Flieger nach Hause geht: Termin beim Frauenverband. Xu Feng und Li Rong empfangen uns am Eingang des Hauses, das der
Das Wetter ist nicht viel besser als gestern, aber es regnet wenigstens nicht. Ich habe sechs Stunden geschlafen und wache das erste Mal so rechtzeitig auf, dass ich es zum Frühstück schaffe. Heute geht es in ein Wasserdorf. Es heißt
Shanghai, halb zehn morgens, Regen. Und zwar richtig. Und es hört den ganzen Tag nicht auf. Ausgerechnet an dem Tag, an dem wir ein bisschen Freizeit vom Protokoll her haben, muss es hier pieseln? Das ist echt gemein. Das Hotel stellt uns Schirme zur Verfügung.
Dritter Tag Shanghai und wieder ein volles Programm: um 9 Uhr sind wir zum Tiefseewasserhafen gefahren, der nur über eine 30 Kilometer lange Brücke zu erreichen ist. Er wurde auf einer Insel errichtet, damit auch die großen Pötte die Metropole anlaufen können. Dafür wurden Tausende von Menschen umgesiedelt. Jetzt stehen hier Kräne dicht an dicht, die Container stapeln sich. Es ist der größte Tiefseewasserhafen der Welt.

Sie demonstrieren immer montags. Für den Frieden. Das ist eigentlich schön, und viele, die ich näher und auch entfernt kenne, machen mit oder finden diese neue Montagsdemo-Welle gut. Ich kenne allerdings auch viele Menschen, die vor dieser Bewegung warnen. Die sie als antisemitisch und neurechts bezeichnen und als populistisch. Krude Verschwörungstheorien würden hinter den Appellen für Frieden stehen.
Nächsten Dienstag geht es los: Ich fliege für fünf Tage nach Shanghai. Es ist eine Delegation der Bürgerschaft, an der ich teilnehme, aus allen Fraktionen kommen Abgeordnete mit. Die Vorbereitungen waren kleinteilig. Auch wenn ich angeblich alles mit Kreditkarte bezahlen kann, ist mir Bargeld wichtig – also habe ich Hundert Euro eingetauscht und bin jetzt in Besitz der ersten Renminbi meines Lebens. Sie zu bekommen, ist gar nicht so einfach – zumindest die HASPA half nicht weiter. “So seltene Währung haben wir nicht vorrätig”, hieß es in der Filiale Buchardstraße. Dass China der zweitwichtigste Handelspartner für Hamburg ist, ist dort ganz offenbar noch nicht angekommen. Peinlich – oder? Dafür har mich die Reisebank am Hauptbahnhof dann unbürokratisch versorgt.